Steinbruch OTTERBEIN

Stellungnahme der ZKW Otterbein zur Videobotschaft

Die kürzlich erschienene Videobotschaft des Bürgermeisters Hr. Dietrich auf der Homepage der Gemeinde Großenlüder hat uns dazu veranlasst, unsere Vorstellungen eines fairen und sachlichen Dialogs nochmals zu verdeutlichen. Mit der Videobotschaft werden laut Hr. Dietrich Empfindungen, Wahrnehmungen und Anliegen von Anwohnern wiedergegeben. Diese Aspekte zu artikulieren ist in einer Demokratie gelebte Praxis und gehört zu einem gemeinschaftlichen Miteinander. Im weiteren Prozess sind diese auf Basis einer objektiven Datengrundlage zu prüfen und zu diskutieren. Andere der getätigten Aussagen verwundern allerdings. Das öffentliche Vortragen von sachlich unfundierten und tendenziösen Behauptungen und Anschuldigungen ist für den weiteren Prozess nicht zielführend.

Vielmehr möchten wir uns für die Aufrechterhaltung der seit vielen Jahren praktizierten Dialogformate unseres Unternehmens aussprechen (z. B. persönliche Gespräche mit Anwohnern und Vertretern aus Politik und Gesellschaft, Bürgerhotline, Email „Bürgerfragen“, ZKW Umweltbeirat). Ergänzt werden diese etablierten Dialogformate nun seit einigen Monaten durch weitere Informations- und Dialogangebote im Zusammenhang mit der geplanten Steinbrucherweiterung, wie z. B. die Website www.zkw-otterbein.de/nachbarschaftsdialog oder die ins Leben gerufene Bürgersprechstunde. Wir verstehen, dass das geplante Vorhaben zur Rohstoffsicherung eine Vielzahl an Themen, Bedenken und Ansichten hervorbringt. Diese gilt es auf Grundlage einer seriösen Faktenlage unaufgeregt zu diskutieren und sowohl die Anliegen der Bürger als auch die betrieblichen Interessen in Einklang zu bringen. Seit Bekanntgabe der Pläne zur Steinbrucherweiterung stehen wir in Bezug auf dieses Thema in einem ständigen Austausch mit Anwohnern, Interessierten und Vertretern aus Politik und Gesellschaft – dieser Weg ist, anders als in der Videobotschaft suggeriert, bisher auf positive Resonanz gestoßen. Auch gab es erst kürzlich einen zielführenden Austausch gemeinsam mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Hering und dem Großenlüderer Bürgermeisterkandidaten Marco Herbert, die sowohl mit unserem Betrieb als auch der BI Gespräche geführt haben.

Dementsprechend verwundern einige Passagen in der Videobotschaft von Herrn Dietrich. Die zum Ausdruck gebrachten Emotionen und unsachlichen Thesen führen alle Bemühungen für einen fairen und auf Fakten beruhenden Dialog der letzten Wochen und Monate ad absurdum. Wer die rund 120 Arbeitsplätze bei uns und einer Vielzahl an Arbeitsplätzen bei unseren Partnerunternehmen in einer vornehmlich mittelständisch geprägten Region leichtfertig zur Diskussion stellt und keine weiteren Konsequenzen für die zugehörigen Familien daraus schließt, kann keine Neutralität und Allparteilichkeit zugesprochen werden. Wir erachten die Banalisierung eines jeden einzelnen Arbeitsplatzes, insbesondere im Hinblick auf die aktuelle wirtschaftliche Lage in Deutschland und der Region als höchst fahrlässig und verantwortungslos.

„Wir sind glücklich und stolz darüber, dass wir bei ZKW Otterbein im laufenden Jahr bislang 14 Neueinstellungen tätigen konnten und kein Gebrauch von Kurzarbeit gemacht werden musste. Es wird investiert in Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Umweltschutz. Dies alles ist nicht selbstverständlich in Zeiten von Corona und den herausfordernden wirtschaftlichen Folgen. Umso befremdlicher ist es, wenn jetzt von öffentlicher Seite eine negative Stimmung gegen unseren Betrieb, die Belegschaft und die Bedeutung der Arbeitsplätze gefördert wird und die möglichen Konsequenzen verharmlost werden“, stellt Markus Hermann Betriebsratsvorsitzender der ZKW Otterbein fest. „Für uns gefährdet diese Haltung einen seriösen Dialog“, so Hermann weiter.

In diesem Zusammenhang widersprechen wir der von Herrn Dietrich geäußerten Auffassung, wonach für unser Unternehmen – aufgrund der nach Auffassung von Herrn Dietrich geringen Größe – keine Daseinserfordernis bestehe, da der bestehende Bedarf an unseren Produkten auch durch größere, überregionale Lieferanten abgedeckt werden könne. Eine solche Auffassung stellt letztlich die Existenzberechtigung von jedem kleineren, mittelständischen Betrieb in Frage, was gerade in unserer mittelständisch geprägten Region nicht zielführend sein kann. Deutschlandweit gilt der Mittelstand als Rückgrat der Wirtschaft – dies gilt es zu respektieren. Überdies ist der Beitrag auch komplett unsachgemäß, da ZKW Otterbein bspw. mit den Natur-Kalksystemen für den ökologischen Hausbau und die Denkmalpflege einzigartige Alleinstellungsmerkmale aufweist und die hochwertigen Produkte nicht beliebig durch Erzeugnisse von anderen Herstellern substituierbar sind.

Auch irritiert der Diskurs zur Klassifizierung von ZKW Otterbein als Familienunternehmen. Die geäußerten Gedanken weisen keinen Bezug zum Rohstoffsicherungsvorhaben auf, weshalb der Anlass von Herrn Dietrich, über dieses Thema öffentlich zu referieren, unverständlich ist. Überdies offenbaren sich fehlende Sachkenntnisse, um sich zu dieser Angelegenheiten qualifiziert zu äußern. Bei einem Unternehmen, dass sich im Mehrheitsbesitz der Inhaberfamilie befindet und aktuell in 4. und 5. Generation von dieser geführt wird, ist ohne jeden Zweifel klar, dass selbstverständlich von einem Familienunternehmen zu sprechen ist. Nicht zuletzt sind unsere Belegschaft und wir stolz darauf, dass ZKW Otterbein im renommierten „Lexikon der deutschen Familienunternehmen“, das die bedeutendsten deutschen Familienunternehmen enthält, mit seinem Gründungsjahr 1889 als eines der ältesten Familienunternehmen in Deutschland geführt wird. Als nachhaltig orientiertes Familienunternehmen ist unsere Unternehmensstrategie auf langfristige, generationenübergreifende Zeiträume ausgelegt.

Herr Dietrich hat sich offensichtlich dazu entschieden, jetzt auch öffentlich die Positionen der Bürgerinitiative zu vertreten, was seiner gebotenen Neutralität als Vorsitzender eines „Runden Tisches“ entgegensteht. Viele der kursierenden Behauptungen wurden ohnehin bereits in einem ausführlichen Faktencheck von uns richtig gestellt [abrufbar unter www.zkw-otterbein.de/02-07-2020-otterbein-klaert-auf-bi-im-faktencheck]. Ebenso nicht förderlich ist in diesem Zusammenhang die Emotionalisierung, die durch die Bürgerbefragung zum jetzigen Zeitpunkt ausgelöst wurde. Fast alle Befragten aus unserer Belegschaft haben sich aufgrund der groben Fehler beim Datenschutz, der tendenziösen und suggestiven Art des Begleittextes und der Fragestellung sowie der Tatsache, dass die Umfrage zu einem Zeitpunkt durchgeführt wurde, zu dem überhaupt noch keine seriöse Faktenbasis zum Rohstoffsicherungsvorhaben geschaffen werden konnte, dazu entschlossen, nicht an der Umfrage teilzunehmen. Somit ist die Repräsentativität des abgefragten Meinungsbildes in Frage zu stellen.

Dialog lebt von verschiedenen Meinungen, einem strukturierten Prozess, der Gemeinsamkeiten und insbesondere tragfähige Kompromisse hervorbringt. Die Kompromissbereitschaft lässt sich bei Herrn Dietrich mit seinem Ultimatum „entweder Mensch, Natur und Umwelt oder Steinbrucherweiterung“ leider nicht erkennen. Wir vermissen hier die Ausgewogenheit eines allparteilichen Moderators, der erkennt, dass in einem solchen komplexen Prozess ein „entweder – oder“ nicht zielführend ist und keine gesunde Grundlage für einen lösungsorientierten Dialog darstellt. Mit dieser Bemerkung hat sich Herr Dietrich als "neutraler" und "allparteilicher" Moderator des „Runden Tisches“ nun endgültig selbst ins Abseits gestellt.

Wie geht es weiter?

Wir werden den eingeschlagenen Weg der Stimmungsmache nicht mitgehen. Vielmehr fokussieren wir uns auf die Ausarbeitung einer seriösen Faktenbasis für das geplante Erweiterungsvorhaben mit allen relevanten Aspekten zu Natur, Umwelt und Mensch. Dazu halten wir an dem fairen und offenen Nachbarschaftsdialog fest. Das positive Feedback bestärkt uns darin. Unser Ziel ist es, sachlich zu informieren, Anliegen und Bedenken zur Lösungsfindung aufzunehmen und kritisch zu diskutieren. Dazu laden wir alle Interessierten auch herzlich zu unserer Bürgersprechstunde ein, die seit dem 3. September regelmäßig stattfindet. Darüber hinaus werden weiterhin alle neuen Entwicklungen im Sinne eines offenen und transparenten Prozesses auf unserer Projektwebseite fortlaufend aktualisiert und kommuniziert.

Wir möchten noch einmal verdeutlichen, dass wir uns auch weiterhin schützend vor unsere Belegschaft stellen. Für uns zählt jeder einzelne Arbeitsplatz, Mitarbeiter und die dazugehörigen Familien. Unser Ziel ist es auch zukünftig, als Hersteller von Zement, Kalk, Putz & Mörtel einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung in der Region zu leisten und unseren Mitarbeitern und Auszubildenden weiterhin Planungssicherheit zu zusichern.

Denn: Die Gewinnung von Rohstoffen und deren Veredelung vor Ort zu Produkten für unsere Kunden vereint ökonomische, soziale und ökologische Ziele. Aus ökonomischer Sicht ist das Vorhaben nicht nur für die Wirtschaftsregion Osthessen und unsere Kunden sinnvoll, sondern sichert auch der Gemeinde die stabilen Einnahmen von einem ihrer größten Gewerbesteuerzahler. Durch die Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand beinhaltet das Vorhaben auch eine wichtige soziale Funktion. Zudem bleiben die Wege zwischen Produzent und Verbraucher kurz, was aufgrund der geringen Transportentfernungen im Sinne von Ökologie und Klimaschutz ist, wenn sichergestellt ist, dass das Vorhaben die hohen Anforderungen der Behörden in Bezug auf Mensch, Umwelt und Natur erfüllt.

Dazu vertrauen wir im gesamten Genehmigungsprozess den gesetzlichen Vorgaben und den objektiven sowie fundierten Einschätzungen der zuständigen Behörden. Subjektive Auffassungen können in einem derart komplexen Prozess nicht als Maßstab und Bewertungsgrundlage dienen. Wer sich als Amtsträger über die gesetzlichen Vorgaben und Regularien stellt oder hinwegsetzen möchte, macht sich unglaubwürdig. Alle Vorgaben, die im Zusammenhang mit dem Genehmigungsprozess stehen, werden von unabhängigen Fachexperten und Gutachtern geprüft. Die Untersuchungen münden in zahlreichen Gutachten zu Hydrogeologie, Emissionen (Lärm, Staub, Erschütterung), zur Standsicherheit, Abbau und Rekultivierung wie auch in einer Umweltverträglichkeitsstudie, artenschutzrechtlichen Prüfung u.v.m. Die Ergebnisse fließen dann in den Genehmigungsantrag ein. Sie stellen die Richtschnur für den weiteren Prozess dar. Erst wenn alle relevanten Gutachten und Unterlagen vorliegen, stellen wir den Antrag beim Regierungspräsidium Kassel.

Klar ist: Nur wenn die Prüfung des Genehmigungsantrages durch die zuständigen Behörden zu dem Ergebnis kommt, dass keine negativen Auswirkungen für Mensch, Umwelt und Natur zu erwarten sind, und die Behörden ihre hohen Anforderungen als erfüllt sehen, wird grünes Licht für das Vorhaben zur Rohstoffgewinnung und langfristigen Standortsicherung gegeben werden. Gegenstand der eingehenden Prüfungen durch die dafür zuständigen Behörden ist auch der an die geänderte Steinbruchform angepasste Rekultivierungsplan. Ohne verbindlichen Rekultivierungsplan gibt es in Deutschland keine Betriebsgenehmigung für einen Steinbruch. Die von Herrn Dietrich aufgebrachten Unterstellungen bezüglich der Rekultivierung sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht fundiert und völlig unzutreffend:
Hierzu können wir sagen, dass unser Unternehmen selbstverständlich entsprechend der gesetzlichen Vorgaben und der gängigen Praxis Finanzmittel für die Rekultivierung zurückgestellt hat und dies fortlaufend zur Anpassung an den Abbaufortschritt tut. Somit ist eine Kapitalausstattung vorhanden, die die Umsetzung der verbindlich durch Genehmigungsbescheide vorgegebenen Maßnahmen in Abstimmung mit den Fachbehörden gewährleistet. Die für die Rekultivierung noch umzusetzenden Maßnahmen und der somit zurückzustellende Finanzmittelbedarf werden in regelmäßigen Abständen durch einen unabhängigen vereidigten Gutachter festgestellt. Mit dem Testat des Wirtschaftsprüfers ist ein ordnungsgemäßer bilanzieller Ausweis in ausreichender Höhe verbrieft. Rekultivierung findet bei ZKW Otterbein aber nicht erst zukünftig statt – parallel zum Abbaubetrieb wurden und werden bereits heute je nach Abbaufortschritt Rekultivierungsmaßnahmen umgesetzt. Etwa das Anlegen von standortgerechten Waldausgleichsflächen, die Schaffung von Halden für Kalkmagerrasen, die Förderung des Arten- und Amphibienschutzes im Steinbruch (bspw. Flussregenpfeifer, Kreuzkröte, Geburtshelferkröte, Uhu uvm.) oder das Anlegen von Bepflanzungen. Hierbei stehen wir in ständigem Austausch mit den zuständigen Fachbehörden und angesehenen Biologen. [Weitere Infos dazu unter www.zkw-otterbein.de/nachbarschaftsdialog/abbau-und-natur]

Wir sprechen uns weiterhin für eine faire und offene Dialogkultur aus, die auf gegenseitigem Respekt und Verständnis beruht. Wir laden alle Nachbarn und Bürger, die an einem sachlichen Austausch interessiert sind, dazu ein. Wir hoffen auch, dass es beim Bürgermeister zu einem Umdenken führt, er den Weg der Emotionalisierung und Unsachlichkeit verlässt und stattdessen auf Sachlichkeit, Mäßigung und Neutralität setzt. Wir würden diesen Schritt sehr befürworten und wünschen ihm in seiner verbleibenden Amtszeit die notwendige Kraft dazu.

Wir bitten um Verständnis, dass wir emotionale und unqualifizierte Äußerungen, Verleumdungen, Unterstellungen und bewusste Falschaussagen ab sofort nicht mehr kommentieren werden.

Geschäftsleitung, ZKW OTTERBEIN

Einladung zur Bürgersprechstunde

Im Rahmen der Bürgersprechstunde möchten wir interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, Fragen zum Rohstoffsicherungsvorhaben im persönlichen Gespräch an uns zu stellen und diese aus erster Hand zu klären.

Wann?

1. Termin: Donnerstag, 3.9.2020. 16:30-18:30 Uhr
2. Termin: Donnerstag, 24.9.2020. 16:30-18:30 Uhr
Danach bis einschl. Nov. 2020: an jedem 2. und 4. Donnerstag eines Monats. 16.30-18.30 Uhr


Wo?

Ausstellungsraum, ZKW Otterbein, Georg-Otterbein-Str. 123, Müs (siehe Beschilderung im Werk)


Wie?

Zur sicheren Einhaltung der gültigen Corona-Verordnungsregelungen bitten wir folgende Vorgehensweise zu beachten:  

  • Vorherige telefonische Anmeldung unter 06648 / 680 bis spätestens zwei Tage vor der Sprechstunde

  • In dem Zeitraum von 16.30-18.30 Uhr werden an den Tagen der Sprechstunde insgesamt 4 Zeitfenster á 30 min. angeboten, in denen jeweils max. 3 Personen zeitgleich Zutritt zur Sprechstunde erhalten können.

  • Um Wartezeiten zu vermeiden, wird die Uhrzeit für das zur Verfügung stehende Zeitfenster im Rahmen der telefonischen Anmeldung mitgeteilt. Bitte erst zu der mitgeteilten Uhrzeit den Ort der Bürgersprechstunde aufsuchen.

  • Beachtung der aktuell geltenden Abstands- und Hygieneregeln (Einlass nur mit Mund-Nasenschutz)

  • Weitere Infos unter: www.zkw-otterbein.de/nachbarschaftsdialog

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Ihre Zement- und Kalkwerke OTTERBEIN

Zement- und Kalkwerke OTTERBEIN setzen Dialog fort

Neue Website und Bürgersprechstunde sorgen für mehr Transparenz

Großenlüder, 30. Juni 2020. Die Zement- und Kalkwerke OTTERBEIN setzen den Dialogprozess zur geplanten Steinbrucherweiterung in Großenlüder-Müs fort. Sie haben als nächsten wichtigen Baustein einen neuen Bereich auf der Website online gestellt, um die Transparenz im gesamten Prozess zu erhöhen und den Dialog zu fördern. Anwohner und interessierte Bürger können sich ab sofort unter www.zkw-otterbein.de/nachbarschaftsdialog umfangreich zu dem Vorhaben zur Steinbrucherweiterung informieren. Zudem wird nach den Sommerferien eine Bürgersprechstunde eingerichtet.

„Wir befinden uns weiterhin noch sehr früh in der Planung zur geplanten Steinbrucherweiterung. Dennoch möchten wir alle Interessierten in den Prozess und unsere Arbeit einbinden und umfangreich informieren. Die neue Website bietet hierfür einen guten Einblick in das Vorhaben“, betont Geschäftsführer Dr. Christian W. Müller.

Interessierte Bürger können sich auf dem neuen Bereich rund um die geplante Steinbrucherweiterung und weitere Themen umfassend informieren. Auf diesem Weg sollen Sorgen und Befürchtungen von Anwohnern verantwortungsvoll mit sachorientierten Informationen aus erster Hand aufgeklärt werden, Missverständnisse und Falschmeldungen ausgeräumt und das gegenseitige Verständnis verbessert werden. In Bezug auf das geplante Projekt zur Steinbrucherweiterung wird ein umfangreiches Informationsangebot bereitgestellt:
Häufig gestellte Fragen und die dazugehörigen Antworten zum Projekt werden fortlaufend aktualisiert. Das Unternehmen veröffentlicht ab sofort ständig aktualisierte Messwerte zu Sprengerschütterungen. Daneben finden sich Informationen zum Thema Nachhaltigkeit und dem gesellschaftlichen Engagement von OTTERBEIN vor Ort.

Nach den Sommerferien bieten die ZKW OTTERBEIN zusätzlich persönliche Bürgersprechstunden an, die im Einklang mit den geltenden Hygienevorschriften im kleinen Kreis stattfinden können. Die Termine werden gesondert bekanntgegeben. „Mit Projektwebsite und Bürgersprechstunden führen wir den Dialog mit allen interessierten Bürgern fort. Außerdem gilt es, irreführenden Gerüchten und Falschmeldungen entgegenzuwirken und faktenbasiert aufzuklären. Uns ist ein sachliches Miteinander wichtig, gerade auch mit Blick auf den langfristigen Planungshorizont. Auch für uns ist Müs schließlich ein Stück Heimat. Hier arbeiten wir seit Jahrzehnten und viele unserer Mitarbeiter leben hier“, so Winfried Müller, Geschäftsführer der Zement- und Kalkwerke OTTERBEIN.

An dem geplanten „Runden Tisch“ des Bürgermeisters wird das Unternehmen allerdings nicht teilnehmen, wie bereits bekannt gegeben wurde. Hintergrund ist, dass das anberaumte Gremium keinen professionellen Maßstäben, wie sie in einschlägigen Richtlinien und Verwaltungsvorschriften festgelegt sind, folgt. Unter anderem ist die unbedingt erforderliche Allparteilichkeit des Moderators in der Person des Bürgermeisters nicht gegeben.

Bereits im November 2019 hatte die Geschäftsführung Anwohner und Nachbarn in einer Bürgerveranstaltung über die Planungen zur Steinbrucherweiterung frühzeitig informiert. Aktuell haben unabhängige Gutachter und Fachexperten im Vorfeld zu dem formellen Genehmigungs-verfahren Untersuchungen zu einigen relevanten Themenfeldern aufgenommen. Die Untersuchungen münden in verschiedenen Gutachten zu Hydrogeologie, Emissionen (Lärm, Staub, Erschütterung), zur Standsicherheit, Abbau und Rekultivierung wie auch in einer Umweltverträglichkeitsstudie, artenschutzrechtlichen Prüfung u.v.m. Nach Erfahrung des beauftragten Planungsbüros dauert die gutachterliche Prüfung, Bewertung und Ausarbeitung der relevanten Aspekte mehrere Monate, teilweise über ein Jahr.  Sobald konkretere Informationen vorliegen, wird es weitere Informations- und Dialogangebote geben.

Sehr geehrte Nachbarinnen und Nachbarn,

in der vergangenen Ausgabe des Lüdertalboten vom 26.6.2020 (Nr. 26/2020) wurden verschiedene Beiträge der Bürgerinitiative „Pro Lebensraum
Großenlüder“ veröffentlicht. Diese enthalten leider diverse Behauptungen, Falschmeldungen und Halbwahrheiten zu unserem Unternehmen, die wir so nicht unkommentiert stehenlassen können. Es werden dadurch im Vorfeld zur Bürgerbefragung nicht nur gezielt Ängste geschürt und Sorgen
verbreitet, sondern auch eine negative Stimmung und Vorurteile gegen unseren Betrieb vermittelt. Dies ist im Sinne eines verantwortungsvollen, fairen und respektvollen Umgangs sowie eines sachorientierten Dialogs nicht zweckdienlich.

Dies ist umso befremdlicher, da sich ZKW Otterbein von Anbeginn an für einen sachorientierten Dialog eingesetzt hat: die meisten der nun erneut aufgebrachten Vorwürfe und Behauptungen konnten wir in einem persönlichen Gespräch Anfang März mit den führenden Mitgliedern der Bürgerinitiative aufklären und ausräumen. In dem fast 4-stündigen Gespräch konnten unter Leitung des Ortsvorstehers und eines Mitglieds des Ortsbeirates Müs zahlreiche Fragen intensiv diskutiert und umfassend beantwortet, Sachverhalte dargestellt und Zusammenhänge erörtert werden.

Umso bedauerlicher ist jetzt, dass offenkundig wider besseren Wissens die Aussagen in dieser Form gezielt medial verbreitet werden.

Als verantwortungsvoller Partner unseres Ortes und der Region halten wir es daher für wichtig, dass die Behauptungen mit sachorientierten Informationen aus erster Hand aufgeklärt werden, um Missverständnisse auszuräumen und das gegenseitige Verständnis zu verbessern.

Den ausführlichen Faktencheck zu den kursierenden Behauptungen finden Sie HIER.

Bei weitergehenden Fragen stehen wir Ihnen mit vielfältigen Dialogangeboten zur Verfügung:
Email: buergerfragen@zkw-otterbein.de,
Internet: www.zkw-otterbein.de/nachbarschaftsdialog,
Telefon: 06648/680 oder im persönlichen Gespräch in den Bürgersprechstunden, die wir nach den Sommerferien anbieten werden.

Es grüßt Sie, sehr geehrte Nachbarinnen und Nachbarn, Ihre
Zement- und Kalkwerke OTTERBEIN

Sehr geehrte Nachbarinnen und Nachbarn,

 

als Unternehmen sind wir seit über 130 Jahren ein fester Bestandteil unseres Ortes und ein verlässlicher Partner in der Region. Das wollen wir auch in Zukunft bleiben. Seit Bekanntgabe der ersten Pläne zur Steinbrucherweiterung wird in Müs und den umliegenden Ortsteilen intensiv diskutiert. Fürsprecher und Kritiker melden sich zu Wort und führen hitzige Diskussionen.
Eine konstruktiv-kritische Auseinandersetzung halten wir für wichtig und begrüßen wir. Leider mangelt es der vorgebrachten Kritik aber häufig sowohl an Sachlichkeit als auch einem Bezug zum Vorhaben. Die jüngsten Entwicklungen bedauern wir daher sehr: Pauschale Parolen gegen unseren Betrieb, Stimmungsmache, Vorurteile, aber auch die Missachtung von Betretungsverboten und Absperrungen, unerlaubte Drohnenflüge auf unserem Werksgelände und sogar in Anlagen usw. sind nicht akzeptabel und werden allein schon aus der Fürsorgepflicht für unsere Belegschaft und zum Schutz unseres Betriebes abgelehnt.

Bei aller Emotionalität werben wir für eine faktenbasierte und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Thema sowie für einen respektvollen und fairen Umgang miteinander, mit unserem Unternehmen und mit unserer Belegschaft. Anknüpfend an unsere frühzeitige Kommunikation in Bezug auf die Steinbrucherweiterung führen wir im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Thematik unseren begonnenen Weg fort und werden weiterhin transparent und sachlich informieren – im persönlichen Gespräch und online.

 

Kalk für die Region

Mit der geplanten Steinbrucherweiterung möchten wir die Zukunft unseres Betriebes sichern – und somit auch die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter, die Versorgung unserer Kundschaft, die Auftragslage bei unseren Partnerbetrieben, die stabilen Einnahmen für die Gemeinde von einem ihrer größten Gewerbesteuerzahler, Investitionen in die lokale Infrastruktur und unseren gemeinsamen Wohlstand in der Region.

 

Die Bedeutung des Kalksteinabbaus hier vor Ort ist aber eine noch viel größere: Kalk ist für uns alle ein lebens-notwendiger Rohstoff und Bestandteil unzähliger alltäglicher Produkte, verschiedener Wertschöpfungsketten und z.T. systemrelevanter Einsatzgebiete. Ob im Haus- oder Straßenbau, der Denkmalpflege oder für die Herstellung von Zement, Putz, Mörtel, Beton, Pflanzsubstraten, der Aufbereitung von Trinkwasser, zur pH-Wert-Regulierung in der Land-, Teich- und Forstwirtschaft oder zur Luftreinhaltung – der Rohstoff Kalk ist allgegenwärtig und aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Dabei ist es seit Generationen unser Ansporn nicht stillzustehen, sondern im Sinne unserer Kunden Innovationen voranzutreiben und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln.

 

Geologische Erkundungen haben gezeigt, dass das derzeit genehmigte Rohstoffvorkommen nur noch begrenzte Kalksteinmengen in der benötigten Qualität aufweist. Auch haben die Erkundungen gezeigt, dass der benötigte Rohstoff nur auf den untersten Abbauebenen in Richtung Nordwesten in ausreichender Qualität und Menge vorliegt. Deshalb planen wir die Rohstoffgewinnung auf den untersten Ebenen fortzusetzen. Die treppenartige Gestaltung der Böschungen und Fahrwege führt zwangsläufig zu einer Reduzierung des gewinnbaren Abbauvolumens. Zur vollständigen Nutzung der Kalksteinressourcen ist eine flächenhafte Erweiterung um etwa 6,5 Hektar nach Nordwesten erforderlich. Ziel ist es, den Bedarf nach unseren Produkten auch weiterhin decken zu können: Jährlich werden ca. 6,4 Millionen Tonnen gebrannte Kalke und ca. 18 Millionen Tonnen ungebrannte Kalke in Deutschland für viele Produkte des täglichen Bedarfs benötigt. Pro Bundesbürger sind dies im Schnitt 1 kg Kalkstein pro Tag! Mit unseren Produkten decken wir dabei v.a. den Bedarf in der Region – der Großteil wird in einem begrenzten Radius ums Werk abgesetzt. Im Sinne der Versorgungssicherheit und des Umwelt- und Klimaschutzes ist es umso wichtiger, dass die Wege in unserer Region zwischen Verbraucher und Produzent bei diesem bedeutenden Grundstoff kurz bleiben.

 

Ganzheitliche Verantwortung

Mit dem geplanten Konzept zur Sicherung der Rohstoffbasis setzen wir auf eine ganzheitliche Betrachtung aller relevanten Aspekte und Themen rund um das Vorhaben. Hierfür gilt es nun einen Sachstand zu schaffen, auf dessen Grundlage seriös verfahren werden kann. Ohne Sachinformationen beschäftigt man sich mit Mutmaßungen, Spekulationen und Emotionen, was einem verantwortungsvollen Umgang mit der Thematik widerspricht. Eine Bürgerbefragung zu diesem Thema zum jetzigen Zeitpunkt anzustoßen ist allein schon deswegen befremdlich und gedankenlos. Bis erste Informationen aus den Fachgutachten vorliegen, wird Zeit und vor allem Geduld benötigt:

Noch vor einem formellen Genehmigungsverfahren werden alle möglichen Auswirkungen des Vorhabens auf Mensch, Natur und Umwelt, Grundwasser und Gebäude durch Fachexperten gutachterlich geprüft. Auch sind detaillierte Konzepte für die Ausgestaltung des Abbaus und die anschließende Rekultivierung auszuarbeiten, um die Erweiterung im Einklang mit den örtlichen Gegebenheiten und der bestehenden Natur ganzheitlich zu gestalten. Die Untersuchungen münden in verschiedenen Gutachten zur Hydrogeologie, Emissionen, zur Standsicherheit, Abbau und Rekultivierung wie auch in einer Umweltverträglichkeitsstudie, artenschutz-rechtlichen Prüfung u.v.m. Erste Untersuchungen für die Fachgutachten wurden vor einigen Wochen auf-genommen. Nach Erfahrung des beauftragten Planungsbüros dauert die gutachterliche Prüfung, Bewertung und Ausarbeitung der relevanten Aspekte mehrere Monate, teilweise über ein Jahr. Die Ergebnisse fließen dann in einen Genehmigungsantrag ein.

Erst wenn alle relevanten Gutachten und Unterlagen vorliegen, stellen wir den Antrag beim Regierungspräsidium Kassel. Nur wenn die behördliche Prüfung zu dem Ergebnis kommt, dass das Vorhaben die hohen Anforderungen erfüllt, kann eine Genehmigung erteilt werden.

 

Dialog

Im gesamten Prozess der Steinbrucherweiterung ist uns der Dialog mit Ihnen wichtig. Dazu führen wir unseren im November 2019 begonnenen Weg fort und möchten auch weiterhin mit Ihnen im sachlichen Austausch bleiben. Hierbei sind wir für konstruktive Vorschläge offen. Dazu bieten wir zusätzlich neben den bestehenden Dialogangeboten nach den Sommerferien persönliche Bürgersprechstunden an, die im Einklang mit den geltenden Hygienevorschriften im kleinen Kreis stattfinden können. Wir freuen uns auf den Austausch. Die Termine werden gesondert bekanntgegeben.

 

Zusätzlich startet ab sofort unsere Projektwebseite. Sie haben die Möglichkeit sich unter www.zkw-otterbein.de/nachbarschaftsdialog rund um das Vorhaben zu informieren. Mit dem Informationsangebot möchten wir bei diesem komplexen Vorhaben einen auf Tatsachen basierenden Dialog etablieren.

 

An dem „Runden Tisch“ am 29. Juni 2020 können wir jedoch nicht teilnehmen. Die Teilnehmer wurden bereits hierüber informiert. Dieses anberaumte Gremium entspricht nicht den Ansprüchen der unbedingt erforderlichen Allparteilichkeit des Moderators in der Person des Bürgermeisters. Grundvoraussetzungen einer professionellen Moderation eines Runden Tisches sind unter anderem Unbefangenheit, Neutralität und Allparteilichkeit in allen inhaltlichen Fragen, Erfahrung in der Moderation kritischer Anspruchsgruppen sowie Prozesskompetenz für Dialogverfahren. Wir sehen uns in der Verantwortung, diesen wichtigen Dialog an professionellen Maßstäben auszurichten, wie sie in einschlägigen Richtlinien und Verwaltungsvorschriften festgelegt sind. Dazu haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten stets unsere Bereitschaft deutlich gemacht, an einem Runden Tisch mit den wesentlichen Beteiligten unter der Leitung eines gemeinsam auszuwählenden allparteilichen Moderators oder Mediators ins Gespräch zu kommen, Fragen zu klären und gemeinsam die Herausforderungen anzugehen. Dieses Angebot unsererseits besteht auch weiterhin.

 

Für die weitere Gestaltung eines sachlichen Dialoges setzen wir uns verstärkt ein. Für Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen unter folgender E-Mail zur Verfügung: buergerfragen[at]zkw-otterbein.de.

 

Es grüßt Sie, sehr geehrte Nachbarinnen und Nachbarn, Ihre
Zement- und Kalkwerke OTTERBEIN

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